Das Schutzkonzept der Freien Waldorfschule Leipzig
Seit 2023 hat die Freie Waldorfschule Leipzig ein eigenes Schutzkonzept. Es umfasst:
- den Verhaltenskodex ("Code of Conduct")
- den Kriseninterventionsplan
- die Ansprechpartner:innen
Alle Mitarbeitenden haben sich verbindlich zum Verhaltenskodex verpflichtet. Das Schutzkonzept funktioniert nur im gemeinsamen Handeln der Schulgemeinschaft – daher sind alle aufgefordert, die Angebote zu nutzen und zu unterstützen.
Verhaltenskodex
Jeder Mensch hat das Recht auf gewaltfreie Entwicklung und eine gewaltfreie Berufsausübung, frei von körperlichen Strafen, seelischen Verletzungen und entwürdigenden Maßnahmen. Was als grenzüberschreitend empfunden wird, ist dabei situations- und persönlichkeitsabhängig.
- Schüler:innen wollen wir in einem geschützten Rahmen einen fördernden und fordernden Raum bieten.
- Mitarbeitenden wollen wir einen geschützten, gesunden Raum für ihren professionellen Auftrag bieten.
- Eltern wollen wir einen zuverlässigen, wertschätzenden und sicheren Ort für ihre Kinder bieten.
Grundsatz: Der Verhaltenskodex fördert eine Kultur der Gewaltfreiheit im pädagogischen Alltag. Wir achten die Würde der gesamten Schulgemeinschaft und sprechen uns gegen jede Form von Gewalt aus – psychisch, physisch, verbal, sexualisiert und sozial (Mobbing, Stalking, Diskriminierung).
Kommunikation
Wie wir kommunizieren, hat Wirkung – im Guten wie im Schlechten. Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft begegnen sich respektvoll und wertschätzend. Uns wichtig sind:
- verbindliche Vereinbarungen zur gewünschten Kommunikation, die eingehalten und evaluiert werden
- zugängliche, lesbare Konferenzprotokolle
- gegenseitige Achtung im Umgang der Mitarbeitenden, besonders vor Schüler:innen
- wertschätzendes, urteilsfreies Feedback und eine gute Beschwerdekultur
- aktives Zuhören, offene Fragen, klare und transparente Information
- eine gelebte Feedbackkultur: regelmäßige Selbstreflexion ohne Bloßstellung, kritischer Umgang mit manipulativem Framing, eine positive Fehlerkultur, verpflichtende Fortbildungen zu Kommunikations- und Streitkultur für alle Mitarbeitenden sowie deren Vermittlung an Kinder und Jugendliche
Im Umgang mit Kindern und Jugendlichen gilt besonders: Ihre Belange werden ernst genommen, Rückmeldungen zu Lernen und Verhalten erfolgen transparent und wertschätzend und fließen auch in Zeugnisse und Entwicklungsgespräche (i. d. R. zur Schuljahresmitte) ein. Kinder und Jugendliche werden zu Selbstachtung und gegenseitiger Anerkennung angeleitet.
Bei Verstößen wird ein Gespräch mit der betreffenden Person gesucht; der Vertrauenskreis kann jederzeit hinzugezogen werden.
Körperliche Nähe
Körperkontakt entspricht einem Bedürfnis nach Nähe und Anerkennung – eine generelle Tabuisierung von Berührungen ist kein pädagogisches Ziel. Mitarbeiter:innen reflektieren ihr Verhalten dazu ehrlich, da die Bedürfnisse nach Nähe und Distanz je nach Alter, Persönlichkeit und Situation sehr unterschiedlich sind.
- Körperliche Gewalt sowie Berührungen der Intimzone sind untersagt.
- Die Intimsphäre der Schüler:innen wird stets gewahrt, besonders in Toiletten, Umkleiden und Duschen; Mitarbeiter:innen duschen zeitlich bzw. räumlich getrennt von Schüler:innen.
- Räume mit nur einer mitarbeitenden Person und Schüler:innen werden nie von innen abgeschlossen.
- Körperliches Eingreifen ist nur bei unmittelbarer Gefahr kurzfristig zulässig.
- Ein übermäßiges Bedürfnis nach Körperkontakt wird im Team und mit den Eltern besprochen.
- Bei blockierendem Verhalten erfolgt zunächst eine klare verbale Anweisung, erst danach ggf. ein angekündigtes, angemessenes Wegführen.
- Ruhende oder schlafende Kinder werden achtsam behandelt und nach Möglichkeit verbal geweckt.
- Beim Kleiderwechsel (z. B. bei Nässe) handeln Kinder möglichst selbstständig; nötige Hilfe wird achtsam gegeben.
Klassenfahrten und Ausflüge
- Idealerweise begleiten mindestens eine weibliche und eine männliche Person.
- Alle Begleitpersonen unterschreiben den Code of Conduct.
- Jungen und Mädchen übernachten getrennt; Begleitpersonen übernachten möglichst nicht im selben Raum wie Kinder (außer in Gruppenunterkünften), gemäß den rechtlichen Vorgaben.
- Kulturelle und genderspezifische Interessen werden gewahrt.
- Vor Betreten eines Zimmers wird angeklopft und angekündigt.
Weitere Regeln für einen professionellen Umgang
- Aufsichtspflicht gilt auf dem gesamten Gelände, auch außerhalb der eigenen Zuständigkeit.
- Angemessene, nicht freizügige Kleidung.
- Keine Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Schüler:innen.
- Schulische Kommunikation über soziale Medien nur verantwortungsbewusst; private Kommunikation mit Schüler:innen ist nicht zulässig.
- Schüler:innen werden nicht mit privaten Sorgen belastet.
- Mitarbeitende lassen sich in irritierenden (auch gestellten) Situationen nicht fotografieren oder filmen.
Bei Verstößen, Unsicherheiten oder Beschwerden:
Schutzstelle
Selbstverpflichtung
Die Mitarbeitenden verpflichten sich zu gewaltfreier Pädagogik, getragen von guter Beziehungsarbeit sowie gelebten Werten wie Achtung, Achtsamkeit, Respekt und Pflichtgefühl.
Gewaltprävention ist Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft. Jede Person trägt an ihrer Stelle Verantwortung, reflektiert das eigene Verhalten und etwaige Grenzverletzungen und wirkt aktiv an der Umsetzung mit – koordiniert durch die gewählte Schutzstelle.
Kriseninterventionsplan
Kummerkästen für Schüler:innen: im Mittel- und Oberstufengang sowie im Hortgebäude. Dort finden sich auch Aushänge mit Vertrauenspersonen, Notfallnummern und Beratungsstellen.
Weiterentwicklung und Aktualisierung durch die jeweils gewählte Schutzstelle. Stand 08/2024.
Ansprechpersonen in der Schulgemeinschaft
Vertrauensperson
Unterstufe: Valerie Flämig, Gabriele Weihrauch
Mittelstufe: Elena Arestau, Janes Stockhammer, Lyes Bouldjediane
Oberstufe: für dieses Schuljahr nach SLK-Abstimmung nicht benötigt
Rassismusbeauftragte ("Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage")
Kollegium: Benita Hochmuth
Kummerkasten
Briefkasten für alle Klassen, im Mittel- und Oberstufengang sowie im Hortgebäude (Unterstufe); betreut durch die Schulsozialarbeit.
Schulsozialarbeit
schulsozialarbeit@
waldorfschule-leipzig.de
Hannah Palm · Tel. 0341 225 705 19
Vertrauenskreis
vertrauenskreis@
waldorfschule-leipzig.de
Kollegium: Benita Hochmuth, Norman Möschke
Elternschaft: Christian Seifert, Dirk Gehrmann, Christian Marquart, Sotiria Midelia
Schutzstelle (reine Koordinationsstelle)
schutzstelle@
waldorfschule-leipzig.de
Darya Reiche, Jenny Hinkelmann-Schubert, Johanna Wiegand, Lina Seifert, Sibylle Slavik, Dominik Schwarz
Unterstützt, wenn unklar ist, welcher Kreis zuständig ist, koordiniert Gespräche und Präventionsangebote und vermittelt zu externen Hilfsangeboten. Besetzt aus Lehrerschaft, Hort und technischem Bereich.